Reisen im Jahreskreis
Rückverbindung mit Mutter Natur
Wer in die Natur geht, findet sich selbst. Die gesundheitsfördernde Wirkung von Naturkontakt ist durch eine umfangreiche empirische Evidenzbasis gut belegt und manifestiert sich auf verschiedenen physiologischen, psychischen und sozialen Ebenen. Vier restaurative Eigenschaften wirken durch das in Natur sein: Psychologische Distanz, Weite, Kompatibilität mit intrinsischen Motivationen und sanfte Faszination. Hierdurch wird unsere Kognition gefördert, erschöpfte Aufmerksamkeitsressourcen werden regeneriert. Durch Naturkontakt wird also das autonome Nervensystem unmittelbar positiv beeinflusst. Positive körperliche Effekte umfassen neben der Stresshormon-Regulation auch die Förderung des Immunsystems, der Herz-Kreislauf-Parameter sowie die Reduktion von Angst und Depression und die Förderung des Wohlbefindens.
Weitere positive Gesundheitseffekte entstehen nachweislich durch ein aktives Leben im Jahreskreis und dessen natürliche, rhythmische Zyklen. So stärken ritualisierte Zeitmarken innerhalb der Jahreszeiten unser Gefühl von Kohärenz und Sinn, indem sie Übergangsphasen im Jahresverlauf markieren. Regelmäßige Rituale, z. B. spirituelle oder kulturelle Feste, stärken unser psychisches Wohlbefinden, indem sie soziale Verbundenheit und Selbstwirksamkeit erhöhen. Zudem fühlen wir uns zu bestimmten festen Zeitpunkten im Jahr, z. B. Neujahr, unserem Geburtstag oder dem Neuanfang von etwas, z. B. einer neuen Jahreszeit, besonders motiviert, neue Ziele anzugehen (sog. ‚Fresh Start‘-Momente). Sie helfen uns, unser altes Ich ein Stück weit loszulassen und neu anzusetzen. Verbinden wir diesen Rahmen bspw. mit der Schreibtherapie und halten in kurzen Schreibübungen fest, was schon erreicht wurde, werden wir nachweislich deutlich widerstandsfähiger und langfristig zufriedener, besonders, wenn das Schreiben immer wieder nach einem festen Rhythmus vollzogen wird. Auch die Verknüpfung zur Achtsamkeitslehre macht Sinn, denn einerseits ist das in Kontakt treten mit Natur an sich schon ein achtsamer Akt und fördert wiederum die Achtsamkeit, weil innere Stille erzeugt wird. Andererseits helfen uns suggestive Übungen, Meditation und schamanisches Reisen, die Verbindung zur Natur auch auf energetischer Ebene, also ganz ohne direkten Wald- und Wiesenspaziergang, aufleben zu lassen. Unser Gehirn nimmt beides als real wahr.
Die Zyklen der Natur können wir darüber hinaus mit universellen Urbildern (C. G. Jung) in Verbindung bringen. Die Energiequalitäten dieser Archetypen finden auch in der Natur ihren Platz. Der Frühling steht für Aufbruch, Geburt und Neubeginn (Archetyp des göttlichen Kindes; Säen). Der Sommer steht für Fülle, Reife und maximale Kraft (Archetyp der Mutter/des Vaters; Ernte). Der Herbst trägt die Qualität des Rückzugs, Loslassens und Vergehens (Archetyp der Schnitterin; Abschied). Der Winter verkörpert letztlich die Stille, den Tod, die Latenz und die Weisheit (Archetyp des/der weisen Alten; Ruhe). Indem wir Übergänge mit Ritualen markieren, können wir äußerlich nachvollziehen, was in der Natur geschieht und letztlich universelle Urkraft ist. Ein höheres Geschehen, in das wir alle eingebunden sind. Wir alle unterliegen den Zyklen von Werden, Sein und Vergehen und folgen diesen natürlichen Mustern und Energien. Wir sind also keine isolierten Individuen, sondern Teil eines großen, ewigen Rhythmus, in dem wir alle gemeinsam sind. Zeitmarken und Rituale sind Schlüssel zu diesem uraltem Wissen, dass uns erdet, unser Fundament stärkt und in uns das Gefühl von ‚vom Leben getragen werden‘ erzeugt.
Im Englischen Spiritualismus, im Schamanismus und auch gemäß der jahrtausendealten Chakrenlehre sowie weiterer Traditionen, geht man von einer energetischen Ebene unseres Seins aus. Wir sind nicht nur Körper und Geist, wir sind auch und vor allem Seele. Daher können wir auch auf dieser Ebene Natur erfahren. Und auch, wenn dies noch nicht wissenschaftlich bewiesene Realität ist, so stellen dieses alte Wissen und die praktischen Erfahrungen, die hierauf beruhen, auch meine als ehemalige Wissenschaftlerin, die Wissenschaft gerade auf den Kopf. Die Existenz einer energetischen Komponente in uns und um uns herum sowie die Energiearbeit schieben sich immer mehr in gesellschaftlich akzeptierte Bereiche, wie Forschung und Ausbildung. Gehen wir in Meditation oder auf schamanischen Reisen an innere naturverbundene Kraftorte, kommt dies einer real-weltlichen Erfahrung nahe und erzielt ähnlich positive Effekte.
Benefits:
Entschleunigung, Bewusstheit und Verbundenheit: Der zyklische Jahreskreis lädt ein, langsamer, bewusster und verbundener zu leben: mit der Natur, mit sich selbst und mit dem größeren Ganzen.
Kohärenz und Sinn: Die natürlichen Rhythmen der Natur, ihre entsprechenden Zeitmarken der verschiedenen Jahreszeiten sowie die monatlichen Qualitäten helfen Übergänge des Lebens leichter zu gestalten und anzunehmen.
Verbundenheit und Wohlbefinden: Das Zelebrieren regelmäßiger Rituale fördert Gemeinschaftssinn sowie die Selbstwirksamkeit. Durch die An- und Rückverbindung an bzw. mit der Natur entsteht zudem ein tieferes Gefühl der Zugehörigkeit zu dieser und allen Lebewesen. Dieses Empfinden fördert das Wohlbefinden.
Achtsamkeit, Balance und Ruhe: Durch das wieder bewusste Erleben von Wandel und Vergänglichkeit werden Achtsamkeit und Präsenz im Alltag gefördert. An diese Prozesse angebundene neue Alltagsrituale schenken Halt in einer schnelllebigen Welt, wodurch nachhaltig innere Balance und Ruhe entstehen, was die Reaktions- und Entscheidungsfähigkeit verbessert.
Gesundheit und Wohlbefinden: Durch den Einklang mit der Natur und das entstehende bessere Gespür für den eigenen Biorhythmus (Schlaf, Ernährung, Energie) werden Selbstheilungsprozesse unterstützt. Praktizierende kommen zu mehr Gelassenheit und ihre Resilienz gegenüber Stress wird gefördert. Weitere körperliche Gesundheitsmerkmale sind ein verbessertes Immunsystem, bessere Herz-Kreislauf-Parameter sowie eine Reduktion von Angst und Depression.
Spirituelles Wachstum: Die Möglichkeit, die Übergänge im Jahr mit Ritualen zu ehren, z. B. Sonnenwenden, Tag- und Nachtgleichen sowie weitere Feste im Jahreskreis, führt zu einer Vertiefung des Bewusstseins für Zyklen von Werden, Sein und Vergehen. Dies stellt einen Zugang zu archetypischen Energien und uraltem Wissen dar, der als bereichernd empfunden werden kann, da beides das Gefühl unterstützen, vom Leben getragen zu werden.
Kreativität und Inspiration: Das bewusste und aktive Leben der Jahreszeiten kann als Quelle für eigene Ideen, Projekte und künstlerisches Schaffen dienen, denn es werden durch zyklisches Denken neue Perspektiven entdeckt. In der Entscheidungsfindung helfen die durch das zyklische Denken geförderte Intuition sowie entstandene Weisheit.
Nachhaltigkeit und Erdverbundenheit: Das Leben im Jahreskreis führt zu einem erhöhten Bewusstsein für natürliche Prozesse, Ressourcen der Natur und deren Kreisläufe sowie der eigenen Person. Hierdurch wird ein Leben im Einklang mit ökologischen Prinzipien gefördert und ein Beitrag zu einer respektvolleren Haltung gegenüber der Umwelt geleistet.






